Weihnachtszeit

 

©Andrea Feuer

Ein Tag zwischen Illusion und Wahnsinn

Draus vom Walde komm ich her, ich muss Euch sagen…

 

 

Die Weihnachtszeit, besinnliche Zeit, ist für die meisten Familien die schönste Zeit. Die Kinder werden aufmerksamer, Lichterschein verzaubert die Stimmung. Seltsame Dinge passieren.
In der Zeit als ich noch an den Weihnachtsmann geglaubt habe, war das für mich die schönste Jahreszeit. Bei meiner großen Tochter konnte ich diesen Zauber noch lange aufrechterhalten, und Ihr sehr viel Freude bereiten. Ich liebe diese Zeit heute immer noch, allerdings ist der Zauber mir irgendwie abhandengekommen…

©Andrea Feuer

 

Selbstgebastelter Adventskalender, 24 kleine Päckchen liebevoll in Stunden verpackt, um die Adventszeit zu versüßen. Seit 19 Jahren meine Devise bei meiner großen Tochter und seid 9 Jahren für unseren kleinen Wirbelwind.

 

©Andrea Feuer

 

 

Es fällt unserem Sohn bzgl. seiner kognitiven Behinderung sehr schwer, sich an gewisse Regeln zu halten, da er den Zusammenhang nicht versteht. Auch ständiges widerholen bringt da oft nicht die gewünschte Wirkung.
Manchmal treibt mich das echt in den Waaaaaaaahnsinn!!!

 

 

 

 

 

 

An einem Sonntag Morgen (7:30 Uhr) als ich aufgestanden bin, war der gesamte Adventskalender geöffnet!
Seine Begründung: „Ich will das jetzt Weihnachten ist!“
Eigentlich ja nicht dumm! Nur zu dumm, seinem Kind dann mit kognitiver Einschränkung zu erklären, dass trotzdem nicht Weihnachten ist, und das am Datum auch nichts ändert. Eine lange Diskussion von Stunden folgte. Das Ergebnis: „Eine wütende Mama und ein pöbelnder Sohn mit verbalen Beschimpfungen (Arschloch, ich hasse Dich, ich will das du ausziehst……) und Türen schmeißen!
Ankündigungen wie: Na, wenn das der Weihnachtsmann sieht und hört……etc… haben bei unserem Sohn wenig Erfolg.
An ein gemeinsames Frühstück ist an solchen Tagen, nicht im Traum dran zu denken.

So zog ich mich genervt an, ließ das pöbelnde Kind bei seinem Papa und ging allein Einkaufen. Frische Luft, tut manchmal doch echt gut. Meine Emotionen beruhigten sich langsam und ich freute mich auf das gemeinsame Plätzchenbacken am Nachmittag!
NOCH……….
Beim Zubereiten und anmischen des Plätzchenteiges war die Welt wieder einigermaßen im Lot. Er folgte meinen Anweisungen und machte seine Aufgaben super. Es entstand ein leckerer Mürbeteig. Wir stellten den Teig in den Kühlschrank und aßen erst einmal Mittag!
Nach dem Essen machten wir uns daran den Teig auszurollen und der Ärger nahm seinen Lauf…
Von zu viel Mehl zum Ausrollen bis teilweise gar nicht ausrollen (da ausstechen auch mal überbewertet wird), war alles dabei. Wenn er den Teig dann doch mal richtig ausgerollt hatte, stocherte man wild mit den Formen umher und beklagte sich, warum das so nicht ginge?! Nach etlichen Demonstrationen gab er wütend auf. Er war maßlos sauer darüber, dass es nicht so funktionierte wie er es sich vorstellte.
Er nahm sich noch ein großes Stück Teig, stopfte es sich in den Mund und verschwand. Ich ermahnte ihn, und sagte das er aber nicht noch mehr rohen Teig essen solle, denn das gebe Bauchschmerzen. Tja, aber da das ja bei unserem Sohn seiner Meinung nach natürlich anders ist, musste er sich natürlich nochmal eine größere Menge in den Mund stopfen.
Die Plätzchen stach ich dann also allein aus. Fand ich natürlich klasse, wo ich mich doch aufs backen mit meinem Kind gefreut habe.

Als das Backen beendet war fragte ich ihn, ob er nicht wenigstens noch mit garnieren wollte???
——und ja er wollte. Wir rührten den Zuckerguss an, ich gab ihn ein Pinsel, und schon fing wieder das gemecker meines Kindes an. Er sollte damit die Kekse mit dem Zuckerguss bestreichen. Aber nein, es musste seiner Meinung nach, ein großer Esslöffel sein. Nach dem 2. Löffel, badete sehr viele Kekse bereits im Zuckerguss und ich sagte ihm nochmal er solle bitte den Pinsel nehmen. Nach dem 4. Löffel war der Zuckerguss bereits großzügig auf der Arbeitsplatte verteilt und alles klebte. Das kleben hat ihn so wütend gemacht, dass er wieder einmal tobte.

©Andrea Feuer

 

 

 

Mein Sohn also auch beim letzten Arbeitsschritt nicht dabei. Das war doch ein großartiges Plätzchen backen dachte ich mir……….

                                                         …..und wir wollten doch singen: “ In der Weihnachtsbäckerei……..“

 

Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit

 

PS: gut das ich die moodoo caps habe. Sie bringen mir echt mehr Toleranz